Nach dem Brexit kommt der Bregret

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Noch immer sind die Medien gespickt von Beiträgen über den Brexit und seine Folgen. Und auch wenn das viele Menschen, sowohl auf dem Kontinent als auch auf den britischen Inseln, nicht länger hören können, so ist die anhaltende Aufarbeitung doch absolut notwendig – und zwar in Vielerlei Hinsicht.

Es stellen sich zum Beispiel Fragen nach dem Sinn und Zweck in solch komplexen und zudem emotionsüberladenen Abstimmungen auf das gesamte Volk als Entscheidungsträger zu bauen.

Ferner muss die Frage gestellt werden, warum die teilweise abenteuerlichen Lügen, die jene führenden Brexit-Befürworter immer wieder der Bevölkerung in Bezug auf die Europäische Union (EU) auftischten, größtenteils widerspruchsfrei medial vervielfältigt bzw. von der Cameron-Regierung hingenommen wurden.

Darüber hinaus ist ein Blick in die Zukunft sinnvoll, wie es jetzt mit Europa und Großbritannien weitergehen kann und wird.

Das englische Volk hat versagt

Mir ist an dieser Stelle durchaus bewusst, dass ich als Schreiber dieser Zeilen angesichts des beschlossenen Brexits endgültig als gegen die hochgelobte „direkte Demokratie“ agierender Journalist wohl nur geringen Zuspruch erhalten werde, aber das spielt für mich keine Rolle.

Vielmehr sollten all jene, die Volksbefragungen generell für ein geeignetes Mittel der Entscheidungspolitik betrachten, darüber nachdenken, ob das Volk mit einer adäquaten Analyse der zur Abstimmung anstehenden Problematik nicht doch ab und an überfordert ist. Das „Prinzip Schweiz“ lässt sich nun einmal nicht auf den Rest Europas, aus einer ganzen Reihe an Gründen, übertragen.

Die Auswertung der Stimmenabgaben in Großbritannien hat durchaus interessante Erkenntnisse gebracht. So zum Beispiel, dass sich die nordirischen und schottischen Wähler klar für den Verbleib in der EU aussprachen.In England und Wales sah es hingegen anders aus – und zwar bei älteren, häufig in Dörfern oder auf dem Land lebenden Personen. Die jüngere Wählerschaft lehnte auch hier den Brexit ab. In Sachen Schulbildung lässt sich sagen, dass je geringer der theoretische Kenntnisstand, desto höher die Bereitschaft die EU zu verlassen.

Auch die englische Politik hat versagt

Fast ein Jeder, der heftige Kritikpunkte gegen „Brüssel“ ins Feld führt, hat dafür plausible Gründung, denn: die (politische) Struktur der EU ist stark verbesserungswürdig. Dennoch macht es wenig Sinn diese Gemeinschaft grundsätzlich zu verteufeln in dem sinngemäß aber sinnfrei argumentiert wird, dass Brüssel Großbritannien klein halten wolle, damit vor allem Deutschland in voller Blüte erstrahlen könne.

Auch die aufgemachte Rechnung, dass die Mitgliedschaft in der EU „die Briten“ mehr kosten würde als dies wieder einbringen werde, war von Anfang an eine Lüge.

Besonders deshalb, weil zu „den Briten“ eben auch die Unternehmen und Werktätigen gehören – und britische Firmen profitierten von der Mitgliedschaft in der EU schon deshalb nicht zu knapp, weil diese ihre überholten Mengenangaben und Einheiten schützte und so den kostenarmen Zugang zum wichtigsten Absatzmarkt Großbritanniens sicherte.

Daher ist die Kritik, vor allem an der zu neutralen Haltung gerade von Premier Davis Cameron, aus meiner Sicht durchaus gerechtfertigt. Vielleicht hat dieser auf ein Statement der Queen gehofft, aber die wollte sich auch nicht „einmischen“. Es ist leider nur ein schmaler Grat zwischen Einmischung und Aufklärung…

Dem Vereinigten Königreich droht der Zerfall

Doch wie kann es nun weitergehen auf den britischen Inseln? Eine Entwicklung zeichnet sich bereits jetzt ab: Schottland wird die Separation betreiben und damit erfolgreich sein, wenn diese schnell in einem Referendum gipfeln würde. Selbst für Nordirland droht diese Entwicklung, auch wenn aktuell in Belfast noch politische Ruhe herrscht.

Mit dem Ausscheren dieser beiden Teile des „Vereinigten Königreichs“, zumal beide mit hoher Sicherheit den Euro als Währung einführen würden und in der Folgezeit sogar die Wiedervereinigung Irlands nicht auszuschließen wäre, würden mit England und Wales ein „Kleinbritannien“ zurückbleiben, das durch den Verlust der Rohölerlöse, diese erzielt nämlich überwiegend Schottland, das ein gewaltiges Handelsdefizit aufbauen würde.

Abzuwenden wäre so eine Entwicklung vermutlich nur dadurch, dass der sprachlich bereits etablierte Begriff des „Bregret“, also der „britischen Reue“ über den Brexit irgendwie in die Tat umgesetzt wird, will heißen: der Brexit nicht vollzogen oder zurückgenommen wird. Wie und ob das überhaupt umgesetzt werden kann, ist aktuell völlig offen, folglich auch nicht kalkulierbar.

Fazit:

Die Abstimmung der Briten hat nicht nur für die Gesellschaft oder Politik drastische Folgen, sondern auch für die Finanzmärkte. Neben starken Kursverlusten beim britischen Pfund und an den europäischen und asiatischen Aktienmärkten, wurde erneut von Seiten der Investoren das Heil in den „sicheren Häfen“ an den Finanzmärkten gesucht.

In der Folge wurden zum Beispiel die ohnehin schon perma-negativen Renditen am deutschen Anleihemarkt weiter ins Minus gedrückt und auch in Großbritannien und den USA auf neue Rekordtiefs herabgeführt. Damit befindet sich die Fehlallokation von Seiten der Investoren auf neuem Rekordniveau!

Das Gefahrenpotenzial für die Integrität der Finanzmärkte und Börsen ist damit erneut gestiegen. Da ist es geradezu erstaunlich, wie wenig Gold, bzw. die Edelmetallnotierungen, zulegen konnten. Wir, Ihr Team von Sicheres Geld, gehen allerdings fest davon aus, dass sich das noch ändern wird, die leichte Aufwärtsbewegung bei Gold und Silber in einer echten Hausse münden wird. In Bezug auf Aktienanlagen bleiben wir weiterhin sehr vorsichtig – außer bei einzelnen Minenwerten.

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