Italiens Bankenkrise ist keine „Euro-Krise“!

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Und wieder einmal tut es Not sich mit den unsinnigen Kommentaren in den Medien zu irgendeiner „Euro-Krise“ zu beschäftigen. Selbst Wirtschaft- bzw. Finanz-„Experten“ stoßen ins gleiche Horn und sehen den Euro – mal wieder – in seiner Existenz bedroht.

Offenbar herrscht weiterhin ein krasses Missverständnis darüber vor, was den „Wert“ des Euros ausmacht und durch welche Maßnahmen die Gemeinschaftswährung gestärkt oder geschwächt wird bzw. werden könnte.

Nur ein Verschuldungsproblem…

Es ist kein Wunder, dass nach dem antieuropäischem Brexit-Votum der Briten nicht nur die Stimmung contra Europa an den Finanzmärkten umschlug, sondern auch alte Risse aus der vergangenen Euro-Schuldenkrise, die auch damals natürlich keine „Euro-Krise“ war, einfach wieder aufplatzen.

Hier ist im englischen Sprachgebrauch gerne vom „the weakest link“, also der „schwächsten Verbindung“, gerne auch als „Sollbruchstelle“ bezeichnet, die Rede. Was damals die Staatsfinanzen Griechenlands waren, sind heute die Bilanzen der italienischen Kreditinstitute in Kombination mit den überdehnten Staatsfinanzen Roms.

Denn die finanzielle Schwäche Italiens verhindert beispielsweise die Gründung einer „bad bank“, die notleidende Kredite nicht nur aufnehmen, sondern auch bilanziell für diese geradestehen kann.

…zumal ein altbekanntes

Die Beträge, die auf italienische Banken begrenzt, als notleidend erachtet werden, belaufen sich, je nach erreichter Panikstufe des Befragten, auf Werte zwischen etwa 150 und 500 Mrd. Euro. Dieses Kreditrisiko, auch in ähnlicher Höhe, war bereits während der „Griechenland-Krise“ vorhanden und sogar bekannt, galt aber als weniger gravierend, angesichts des möglichen Exodus Athens.

Als sich die Wogen um Hellas legten und die (Finanz-)Welt wieder freundlicher aussah, interessierten aber auch die italienischen (und spanischen und portugiesischen) Bankprobleme nicht länger.

Jetzt, angesichts der Brexit-Krise, sind diese wieder da, verlangen die Investoren einen Schutz, einen Garanten, der sie von dem Risiko befreit mit diesen Instituten Geschäfte zu machen, bzw. sich an ihnen zu beteiligen.

„Und ewig grüßt das Murmeltier“ – bzw. die EZB

Wann immer ein Staat, der Mitglied der Eurozone ist, für seine in Not geratenen Banken nicht allein haften kann, kommt – notgedrungen – die EZB ins Spiel. Sie muss den Karren aus dem Dreck fahren, weil die europäische Finanzpolitik noch immer keine gemeinsamen Antworten kennt bzw. kennen will.

Dass die EZB letztlich immer nur das gleiche tun kann um die Not zu lindern, ist Teil des Problems. Neben der Übernahme der Risiken (extrem unwahrscheinlich) und der Veränderung der Bilanzierungsrichtlinien (mäßig unwahrscheinlich), kommt als wahrscheinlichste Variante eine Art „Rekapitalisierung“ der Banken über EZB-Mittel in Frage. Denkbar, dass offiziell die italienische Notenbank eingreift und nicht die EZB, doch das läuft am Ende auf das gleiche hinaus.

Ohne Hilfe käme der Exodus – und zwar rasant

Würde niemand handeln, weder die Politik noch die Geldwirtschaft, so würden die italienischen Banken innerhalb weniger Tage vor dem Ruin stehen – übrigens nicht nur jene, die aktuell mit dem Rücken zur Wand stehen.

Das Problem: die jüngst verabschiedeten „Bail-In-Regeln“ für die Kreditinstitute zwingt Kundschaft und Gläubiger geradezu dazu so rechtzeitig auszusteigen, dass diese nicht die Zeche zahlen müssen. Von daher droht nun schon bei leichten Problemen einer Eurozonen-Bank Unheil in Form von Mittelabzug durch Geldgeber aller Art.

Frisches Geld ebnet das Schuldenfeld

Kommen die neuen Mittel hingegen an, blieben die Banken am Leben und könnten theoretisch am Wirtschaftskreislauf weiter teilhaben – ohne rezessive Auswirkungen von Bankenpleiten samt Domino-Effekt. Die Frage stellt sich dann natürlich: wer kommt für diese „neuen Mittel“ auf? Und da wird es erneut kompliziert.

Puristen sehen die EZB als Einrichtung, für die am Ende, nach den nationalen Notenbanken und den Regierungen eben die Bürger haften. Wenn die EZB folglich einfach Währung neu schafft um in Italien Löcher in den Bankbilanzen zu stopfen, belastet das eben auch den Bundesbürger, soweit die (Milchmädchen-) Rechnung.

In Wahrheit kostet jede Gelddruck-Aktion der EZB, wenn diese lediglich untergegangene Kreditgelder ersetzt, „gar nichts“. Lediglich die Bilanz der EZB erweitert sich um weitere letztlich ungedeckte Forderungen. Das spielt aber für eine Notenbank keine Rolle, da sie ihre eigene Währung nach Belieben herstellen kann.

Bedenken Sie ferner: nur durch inflationäres Treiben würde die EZB den Wert des Euros gefährden. Der Euro ist aber auch deshalb an den Devisenmärkten relativ stabil, weil eben nie eine Flut an neuen Euros existent war und ist. Vielmehr vernichtet jede Bankenkrise mehr Euro als die EZB auf die Schnelle in den Markt geben könnte.

Rezessive Tendenzen vernichten über Kreditrückzahlungen oder Kreditabschreibungen Teile der Geldmenge. Und das entspricht sogar bei der Interpretation durch „Nationalökonome“ einer Deflation – und keiner Inflation.

Fazit:

Wann immer wirtschaftlich schwache Staaten aus der Eurozone ausscheiden müssten, würde die verbleibende Union stärker sein als zuvor, dürfte der Wert des Euros folglich zulegen. Nur das Ausscheiden eines starken Partners wie Deutschland würde den (Außen-)Wert des Euros ermäßigen und so vermutlich eine „Euro-Krise“ auslösen.

Natürlich belastet jede Krise innerhalb des Euroraums den Wert der Währung psychologisch. Allerdings sorgt die Beendigung der Krise, selbst bei ungedeckten Zahlungen durch die EZB, für ein Wiedererstarken der Gemeinschaftswährung. Von Euro-Krise kann folglich nicht die Rede sein – weder damals noch heute!

Die bilanzielle Schwäche des privaten Bankenapparates, nicht nur in Italien, sondern fast überall in der Eurozone, sorgt unterdessen dafür, dass diese Institute nicht länger den Verpflichtungen der Kreditgewährung in vollem Umfang nachkommen wollen bzw. können. Darunter leidet die gesamte Wirtschaftsleitung in der Eurozone. Jede Gelddruck-Aktion der EZB, die diese Entwicklung bremsen oder einebnen möchte repariert nur einen Teil des Schadens, wirkt daher nicht inflationär.

Ohne eine Gesundung der europäischen Geschäftsbanken ist eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft in der Eurozone aber gar nicht möglich, so dass die instinktive Abneigung gegen „Rettungsmaßnahmen aus Frankfurt“ zwar verständlich aber nicht zielführend ist.

Ferner gilt unverändert, dass kein Staat seine aufgehäuften Schulden jemals wird zurückzahlen können, auch nicht Deutschland. Das Ziel einer Regierung ist es daher allein, kreditwürdig zu bleiben.

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